hier lesen, was andere gern verschweigen würden:
:
Ausbaugegner zur Landtagswahl

Fluglärm vertrieb nur wenige CDU-Wähler

Von Sascha Kröner

Linke und Grüne konnten ein wenig zulegen, doch das große Abstrafen der Christdemokraten blieb aus.

Hochheim/Flörsheim. 

Als „Landebahnwahl“ hatten viele Bürgerinitiativen die Landtagswahl bezeichnet. Gerade in den besonders stark von der Einflugschneise betroffenen Mainstädten sollte der Fluglärm abgewählt werden. Doch ist dies wirklich geschehen? Die CDU hat als bisherige Regierungspartei und Ausbaubefürworterin sowohl in Hochheim als auch in Flörsheim gut abgeschnitten. CDU-Kandidat Axel Wintermeyer vereinte in Hochheim 44,8 Prozent der Erststimmen auf sich, in Flörsheim 37 Prozent. Die Christdemokraten holten außerdem 38 Prozent der Zweitstimmen in der Wein- und Sektstadt sowie 32 Prozent in Flörsheim.

So stimmte mindestens jeder dritte Wähler in den beiden Mainstädten für die CDU. Doch es gibt auch andere Auffälligkeiten. Sowohl in Hochheim als auch in Flörsheim lag die Linke vor der geschrumpften FDP. Während die Linken in Hochheim mit 5,6 Prozent nur knapp vor den 5,2 Prozent der Freidemokraten lagen, schnitten sie in Flörsheim mit 6,8 Prozent sogar deutlich besser ab als die Regierungspartei, die nur 4,5 Prozent der Stimmen erringen konnte.

Carola Gottas, Sprecherin der Bürgerinitiative (BI) Flörsheim-Hochheim, sieht die Auswirkung der Fluglärmdiskussion vor allem in diesen Zugewinnen der Linkspartei. Man müsse aber genauer auf die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke schauen.

Tatsächlich zeigt ein Blick auf das Wahlverhalten in der Flörsheimer Riedschulturnhalle, dass die CDU dort zwar 27 Prozent erreichte, jedoch 9,4 Prozentpunkte gegenüber der Wahl 2009 einbüßte. Die Linke legte im selben Wahlbezirk 6,4 Prozentpunkte zu und verbesserte sich damit auf 10,2 Prozent. In der stark vom Fluglärm betroffenen Hochheimer Südstadt schaffte die CDU 23 Prozent, während die Linken beachtliche 14 Prozent einfuhren. Die Grünen erhielten dort mit 25 Prozent die meisten Stimmen.

Dass die Grünen insgesamt nicht stärker von der Fluglärmdebatte profitierten, erklärt BI-Sprecherin Gottas damit, dass sich die Linke stärker gegen die Nordwestlandebahn positioniert habe. Vielen Mitgliedern der Bürgerinitiative sei es wichtig gewesen, die Linken auf Landesebene zu stärken. Gleichzeitig erklärt Carola Gottas das weiterhin starke Abschneiden der CDU durch eine starke Bindung von Stammwählern. Sie habe von einigen Fluglärmgegnern gehört, dass diese aufgrund ihres Glaubens weiterhin für die Christdemokraten stimmen wollten.

Carola Gottas hätte sich gewünscht, dass der Fluglärmprotest mehr Wähler beeinflusst. Gleichzeitig sieht sie den Ausgang der Landtagswahl als Erfolg: „Wir haben schwarz-gelb verhindert“, erklärt die BI-Sprecherin. „Die Verhältnisse in Hessen wären anders, wenn die Leute nicht links gewählt hätten.“

Artikel vom 30.09.2013, 03:00 Uhr (letzte Änderung 02.10.2013, 02:41 Uhr)
Artikel: http://www.fnp.de/rhein-main/main-taunus/Fluglaerm-vertrieb-nur-wenige-CDU-Waehler;art676,644226

© 2013 Frankfurter Neue Presse


Veröffentlicht von carlo (carlo) am 11 Oct 2013
Zuletzt geändert am: 11 Oct 2013 um 9:03 AM


Zurück

labournet.tv

Neues Deutschland

Junge Welt

linkszeitung

Unsere Zeit

Konkret

Linke Zeitung

scharf links

Prager Frühling

Direkte Aktion - anarchosyndikalistische Zeitung

wir sind die roten ...