hier lesen, was andere gern verschweigen würden:
:
Kliniken: statt Fusion - Konfusion

Eilige Anfrage an den Kreisausschuss
 

Betr.: Qualität der Versorgung und Zeitplan der Kliniken FMT gefährdet?
 

Vorbemerkung:
 

Verschiedenen Presseberichten ist zu entnehmen, dass der Fusionsprozess der
Kliniken Höchst und Main-Taunus „holprig“ verläuft:
So ist der „neutrale Fachmann“ als Aufsichtsratsvorsitzender noch nicht
nominiert.
Weiter hat der bisherige ärztliche Vertreter in der Geschäftsführung kürzlich die
Geschäftsführung verlassen.
Inzwischen ist bekannt, dass auch der erst seit 1. April 2015 amtierende
Chefarzt der Kardiologie die Kliniken in Kürze wieder verlassen wird.
 

Einem heute im Höchster Kreisblatt veröffentlichten Interview mit dem früheren
Chefarzt der Kardiologie zufolge hat sein damaliger Weggang Gründe, die befürchten
lassen, dass sich die Qualität der medizinischen Versorgung verschlechtern könnte.
Weiter ist zu demnach zu befürchten, dass Patienten zu anderen Kliniken abwandern.
Desweiteren wurde die die kaufmännische Führungsebene nicht nur in Höchst,
sondern auch in den Main-Taunus-Kliniken faktisch verstärkt, in dem Teile der bisher
von einem kaufmännischen Geschäftsführer wahrgenommenen Aufgaben von einem
neu eingestellten Pflegedirektor übernommen werden.
Vor diesem Hintergrund bitten wir um Beantwortung folgender Fragen:
 

1. Wie wirkt sich die Verstärkung der kaufmännischen Geschäftsführung in den
beiden bisherigen Klinikkonzernen auf die im Fusionskonzept skizzierten
Synergieeffekte und Kosteneinsparungen auch im administrativen Bereich aus?
 

 

2. Sind die im Fusionskonzept erhofften Zusatzerträge aus der „Erhöhung der
Fallzahlen“ und der „Erhöhung der Fallschwere“ vor dem Hintergrund der klar
negativen Einschätzung des früheren Chefarztes der Kardiologie realistisch?
 

3. Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem Aufbau des kaufmännischen
Führungsbereichs bei gleichzeitiger Schwächung des medizinischen Bereichs
für den Fusionsprozess und den wirtschaftlichen Erfolg der Fusion?
 

4. Welche Konsequenzen hat der Weggang zweier Chefärzte der Kardiologie
innerhalb eines Jahres und der Rückzug des ärztlichen Vertreters aus der
Geschäftsführung auf die Qualität der medizinischen Versorgung insbesondere
im Bereich Kardiologie?
 

5. Sind ähnlich negative Entwicklungen auch in anderen medizinischen Sparten zu
befürchten?
 

6. Welche Hindernisse gab und gibt es bei der Umsetzung des Klinikverbundes
seit Ende Dezember 2015?
Unabhängig von diesen Fragen bitten wir dringend darum, dass der Landrat auf einer
kurzfristig einzuberufenden gemeinsamen Sondersitzung des Haupt- und
Finanzausschusses und des Ausschusses für Eigenbetriebe und wirtschaftliche
Beteiligungen ausführlich über die aktuelle Entwicklung berichtet. Dies insbesondere
auch vor dem Hintergrund, dass notwendige Auskünfte insbesondere im Hinblick auf
Datenschutz und den Schutz von Betriebsgeheimnissen nur in einem eventuellen
nichtöffentlichen Teil dieser Sitzung erteilt werden können.
 

Beate Ullrich-Graf
Fritz-Walter Hornung


Veröffentlicht von carlo (carlo) am 11 Feb 2016
Zuletzt geändert am: 11 Feb 2016 um 10:16 AM


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