hier lesen, was andere gern verschweigen würden:
:
Stau - muss nicht sein
13.04.2012

Wenn ein ruhiger Radweg zur Rennstrecke wird

Ganz schön eng! Wenn die Radfahrer Martin und Michael Moder auf dem Feldweg in Richtung Kläranlage solchen dicken Brummis begegnen, kann’s schon mal gefährlich werden.	Foto: Hans Nietner Ganz schön eng! Wenn die Radfahrer Martin und Michael Moder auf dem Feldweg in Richtung Kläranlage solchen dicken Brummis begegnen, kann’s schon mal gefährlich werden. Foto: Hans Nietner

Von Barbara Schmidt

Nachmittags um vier am Hattersheimer Ortsausgang Richtung Sindlingen. Direkt neben der Polizeiwache mündet ein Weg auf die Frankfurter Straße, der mit einem Durchfahrt-Verboten-Schild bestückt ist. Nur dem landwirtschaftlichen Verkehr, Beschäftigten der Kläranlage und Anliegern im kleinen Gewerbegebiet an der Straße "Auf der Roos" ist die Nutzung des Wegs laut Zusatzschild gestattet. Wenn man sieht, wie viele Autos und Lastwagen aber zu dieser Zeit hier zielsicher einbiegen oder aus dem Weg heraus wollen, reibt man sich schon ein wenig verwundert die Augen.

Eine Beobachtung, die die Brüder Martin und Michael Moder eigentlich täglich machen. Schleichverkehr sei nicht die Ausnahme, eher die Regel, sind sich die beiden, die hier immer wieder mit dem Rad unterwegs sind, einig. Und Martin Moder ist sicher: "Die Strecke wird als Abkürzung gebraucht, weil’s eben bequem ist." Morgens um fünf, wenn er sich auf den Weg zur Arbeit im Frankfurter Polizeipräsidium macht, sei es noch einigermaßen ruhig. "Aber ab sechs geht der Verkehr hier schon in beide Richtungen. Die fahren, wie sie wollen", hat Michael Moder festgestellt.

Rücksichtslos



Was die Brüder besonders stört: "Einige Fahrer nehmen keine Rücksicht auf die Radler, die hier ja fahren dürfen. Der Weg ist nicht überall so schön breit", weist Martin Moder darauf hin, dass gerade in den Engstellen Radfahrer kaum gefahrlos überholt werden können. Er selbst sei schon einige Male lieber mit einem Schlenker ins Feld ausgewichen, sagt sein Bruder. Wer auf der Mitte des Weges bleibt, und "die Gasse zumacht", muss mit wüstem Gehupe und Beschimpfungen rechnen. "Die Gesamthaltung im Verkehr ist aggressiv in Deutschland", ist Viel-Radler Martin Moder schon lange überzeugt. Deshalb findet er es eher "typisch", dass auch auf dem Feldweg oft so dicht überholt werde, dass die Radfahrer um Leib und Leben fürchteten.

Eine Frau habe ihm gesagt, dass sie lieber einen weiten Umweg fahre, als noch weiter hier lang zu radeln. Das sei ihr einfach zu gefährlich. Dabei biete der Weg, der für Radler ausdrücklich zugelassen ist, den Radfahrern eine besonders gute Anbindung an den Main-Radweg, den viele nutzten, die nach Frankfurt oder zum Industriepark zur Arbeit wollten.

Transporter und Lastwagen, die hier unterwegs seien, wollten in den seltensten Fällen zum Klärwerk. "Das sieht man eindeutig, weil sie geradeaus fahren", meint Michael Moder. Und die Polizeistation an der Einmündung hält offenkundig auch niemanden ab, den Weg illegal zu nutzen. "Die ist ja kaum noch besetzt", sagen die Moders.

Auch der Stadt Hattersheim ist der rege Schleichwegverkehr nicht verborgen geblieben. "Unser Ordnungsamtsleiter sagt, das Problem ist bekannt", so Monika Münch von der Pressestelle im Rathaus. Weil aber just hier die Gemarkungsgrenze der Städte Hattersheim und Frankfurt verläuft, sei der Nachbar ganz genauso gefragt. "Zurzeit werden in dieser Sache Gespräche mit der Stadt Frankfurt geführt", sagt Münch. "Man ist an einer gemeinsamen Lösung dran, denn es muss ja von beiden Seiten etwas gemacht werden." Verbotsschilder allein, räumt Münch ein, seien offenbar nicht ausreichend. So bleibt wohl den Ordnungsbehörden wieder einmal kein anderes Mittel, als verstärkte Kontrollen durchzuführen und Knöllchen zu verteilen. Den Radlern wär’s sicher recht.

 

 

LESERBRIEF Höchster Kreisblatt vom 20.04.12


Völlig gefahrlos,
völlig verkehrsberuhigt.


Zum Bericht,wenn ein ruhiger
Radweg zur Rennstrecke wird'
(Kreisblatt vom 13. April) erreichte
uns diese Zuschrift eines Okriftelers,
der ein Mitglied der Wählergemeinschaft,
Die Linke" im Main-
Taunus-Kreis ist.

 


Was fällt mir ein, wenn ich die
Bebilderung des Artikels sehe? Zwei
Kamikaze-Radler versuchen sich an
einem Schwerlaster vorbei zu bewegen.
Ein Radfahrer wird zitiert,
,dass gerade in den Engstellen Radfahrer
kaum gefahrlos überholt
werden können". Wen wundert's, der
Radweg ist kein Radweg,vor allem
kein,ruhiger", sondern eigentlich
ein Zubringer für Schwerlaster zur
Klärschlammverbrennung. Soweit
hat Herr Fribolin aus Sindlingen
den Radweg bereits demaskiert. Nur
will er den Radfahrern weiterhin
den Kitzel gönnen, lebind an den
Schwerlastern vorbeizukommen.
Ich mag Radfahrer und fahre
selbst. Und aus diesem Grund kann
es nur den Akt der Selbsterhaltung
geben, nämlich das Verbot dieser
Straße für Radfahrer. Völlig gefahrlos
und völlig verkehrsberuhigt: Vogelweidestraße
und Kuckuckspfad,
circa 400 Meter stadteinwärts, mit
direktem Anschluss an den Main-
Radweg - so geht's.
Warum fahren Okrifteler und
Eddersheimer PKW's so gerne den
Schleichweg? Dafür gibt es Gründe.
Der Hessendamm wird umgebaut.
Und dies erzeugt Autoschlangen.
Abends auf dem Südring. Morgens
auf dem Hessendamm. Erhebliche
Schlangen mit erheblichen Wartezeiten.
Und dies war erst der Anfang.
Denn es wird weitergebaut. Die
Kreuzung Hessendamm,/Südring
wird zum Kreisel umgebaut. Dann
werden die Pkw-Schlangen und die
Wartezeiten noch wachsen. Und die
Anwohner an diesen Straßen werden
noch mehr Grund haben, die Fenster
zu schließen und auf die Autofahrer
zu schimpfen.
Das muss nicht sein. Es gibt ja die
vorgenannte Entlastungsstraße. Was
spricht dagegen, in der Bauzeit den
Pkw-Verkehr zu legalisieren. Vormittags
dürfen die Okrifteler und
Eddersheimer von der Okrifteler zur
Frankfurter Straße und nachmittags
umgekehrt. Vormittags grün - nachmittags
rot. So einfach geht's.
Mal sehen, ob unsere Stadtverwaltung
mit der Stadwerwaltung
Frankfurts ein lösbares Problem löst.
Oder ob, so Frau Münch (Pressestelle
Hattersheim), die übliche Methode,
Knöllchen zu verteilen, angewendet
wird. Das löst zwar nicht die Probleme,
schafft aber welche.
Da der Vorschlag von mir kommt,
gibt es auch schon einen Namen für
die Aktion: ,Links rum".

 

Carlo Graf, Okriftel

 


 


Veröffentlicht von mk (admin) am 21 Apr 2012
Zuletzt geändert am: 21 Apr 2012 um 11:03 AM


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